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- P a u s e -
In
Kunst
und
Musik
spiegeln
sich
gesellschaftliche
Strukturen
wieder.
So
fällt
beispielsweise
die
Entwicklung
des
„concertanten
Stils“
nicht
zufällig
in
das
vom
Absolutismus
geprägte
Generalbasszeitalter.
Im
Leben
wie
in
der
Musik
war
es
hier
nur
wenigen
beschieden,
die
erste
Geige
zu
spielen,
wohingegen
den
anderen
eine
lediglich
dienende,
bestenfalls
anmutig
begleitende
Rolle
zugedacht
wurde,
was
in
der
Musik
zumeist
die
Tasten-
und
Bassinstrumente
betraf.
Ganz
anders
verhält
es
sich
in
der
Zeit
der
Aufklärung,
der
zunehmenden
Liberalisierung
und
der
Entfaltung
des
Bürgertums,
in
der
die
Gedanken
von
Freiheit,
Gleichheit
und
Brüderlichkeit
immer
größere
Bedeutung
gewinnen.
Beethovens
fünf
Sonaten
für
Klavier
und
Violoncello
sind
in
dieser
Hinsicht
etwas
ganz
Besonderes,
stellt
doch
bereits
der
Titel
die
herrschenden
Verhältnisse
auf
den
Kopf,
indem
das
Tasteninstrument
dem
Melodieinstrument
vorgezogen
wird.
Dabei
wird
gern
vergessen,
dass
auch
das
Violoncello
zum
größten
Teil
als
reines
Begleitinstrument
eingesetzt
wurde.
So
gesehen
sind
diese
Werke
mit
der
provokanten
Überschrift
als
Befreiung
zweier
Aschenputtel
zu
verstehen,
deren
sorgfältig
ausgearbeitete
Parts
beide
Spieler
mit
der
Entfaltung
großer
musikalischer
Gedanken
beglücken. Ganz
in
diesem
Geiste
entstand
im
bürgerlichen
Hause
Mendelssohn
Bartholdy
Fanny
Hensels
Fantasie
für
Klavier
und
Violoncello.
Fanny
Hensel
–
die
mit
dem
Kunstmaler
Wilhelm
Hensel
verheiratete
Schwester
von
Felix
Mendelssohn,
deren
musikalische
Begabung
und
Bildung
der
ihres
berühmten
Bruders
ebenbürtig
war
-
komponierte
sie
vermutlich
im
Jahre
1829
für
den
Cello
spielenden
Bruder
Paul.
Besonders
interessant
ist
in
diesem
Zusammenhang,
dass
das
Werk
(ursprünglicher
Originaltitel
Sonata
o
Fantasia)
ebenso
wie
Beethovens
Sonate
in
dunklem
g-moll
beginnt
und
in
heiterem
G-dur
endet;
diese
und
zahlreiche
satztechnische
Analogien
zeigen
den
Einfluss,
den
Beethoven
auf
seine
Zeitgenossen
hatte.
Hensel
trug
drei
von
Beethovens
Cellosonaten
als
„Sonate
mit
Cellobegleitung“
in
das
Musikalienverzeichnis
der
Familie
Mendelssohn
ein,
weshalb
angenommen
werden
darf,
dass
sie
diese
auch
genau
kannte. Allerdings
kann
weder
der
die
Formulierung
...
für
Violoncello
mit
Begleitung
des
Pianofortes,
noch
deren
radikale
Umkehrung
...
für
Klavier
mit
Cellobegleitung
gleichberechtigt
partnerschaftliches
Musizieren
treffend
charakterisieren.
So
liegt
es
nahe,
dass
der
Gedanke
des
Dialoges
im
Sinne
eines
Austauschs,
einer
angeregten
musikalischen
Unterhaltung
zweier
gleichgestellter
Persönlichkeiten
in
der
Welt
kammermusikalischer
Werkbezeichnungen
Einzug
hält.
Marcel
Poots
„Dialogo“
von
1979
und
Hensels
Fantasie
sind
-
neben
dem
Gedanken
der
Gleichberechtigung
-
auch
durch
formale
Aspekte
verbunden:
beide
Werke
sind
kurz
und
suchen
die
Nähe
zur
traditionellen
Sonatenform,
wobei
jedoch
die
einzelnen
Abschnitte
nahtlos
miteinander
verschmelzen. Als
einer
der
international
beliebtesten
Tondichter
Belgiens
prägte
Marcel
Poot
entschieden
das
belgische
Musikleben
des
20.
Jahrhunderts.
Er
war
u.a.
Direktor
des
Brüsseler
Konservatoriums,
Rektor
der
Chapelle
Musicale
Reine
Elisabeth
de
Belgique
und
Vorsitzender
der
Jury
des
Königin-Elisabeth-Wettbewerbs.
Obwohl
seine
Werke
auch
geladenen
Ausdruck
und
tiefe
Tragik
erreichen,
verhalfen
ihm
vor
allem
rhythmische
Vitalität
und
der
lyrischer
Charme
seiner
Musik
zu
internationaler
Anerkennung.
Edvard
Griegs
monumentale
Sonate
für
Violoncello
und
Klavier
verbindet,
was
auf
den
ersten
Blick
unvereinbar
erscheint:
die
reine
Kammermusik,
deren
Ziel
der
Dialog,
der
partnerschaftliche
Umgang
ist,
und
die
sogar
auf
Zuhörer
verzichten
kann,
ohne
das
Vergnügen
der
Musiker
zu
mindern,
wird
auf’s
Engste
mit
dem
„concertanten
Stil“
-
dem
musikalischen
Wettstreit
um
die
Gunst
des
Publikums
-
verwoben.
Gérard
Mangin Christina
Vetter
(Klavier)
wurde
in
Ludwigshafen
am
Rhein
geboren
und
studierte
an
der
Musikhochschule
Mannheim
Klavier,
Klavierkammermusik
und
Liedbegleitung
sowie
Musikwissenschaft
an
der
Universität
Heidelberg.
Sie
wurde
in
zahlreichen
Wettbewerben
sowie
durch
Stipendien
des
Richard-Wagner-Verbandes
und
der
Antonie-Besler-Stiftung
ausgezeichnet,
Rundfunk-
und
Schallplattenaufnahmen
folgten. Christina
Vetter
unterrichtet
Klavier,
korrepetiert
Sänger
und
Chöre
und
tritt
regelmäßig
in
Konzerten
-
unter
anderem
für
die
Kultursommer
Rheinland-Pfalz
und
Ludwigshafen
-
auf.
1999
gründete
sie
die
Rheinischen
Salonsolisten,
ein
Ensemble,
das
sich
der
leichten
Muse
widmet
(www.rheinische-salonsolisten.de)
.
Cornelius
Fauth
(Violoncello)
wurde
in
Stuttgart
geboren
und
in
Violoncello
von
seinem
Vater,
Harald
Meyer
und
Hélène
Godefroy
unterrichtet.
Nach
intensiver
Auseinandersetzung
mit
der
russischen
Theatertradition
in
Moskau
und
Jaroslawl
wandte
er
sich
1992
doch
der
Musik
zu
und
studierte
nun
Schulmusik
mit
dem
Hauptfach
Violoncello
(Reimund
Korupp)
an
der
Musikhochschule
Mannheim.
Er
unterrichtet
am
Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium
Mannheim
Violoncello,
dirigiert
den
katholischen
Kirchenchor
Rheingönheim
und
komponiert.
Beim
Kompositionswettbewerb
des
Nordrhein-Westfälischen
Sängerbundes
1999
wurde
eines
seiner
Werke
mit
einem
Sonderpreis
ausgezeichnet
und
beim
concertino-musicverlag
verlegt. Christina
Vetter
und
Cornelius
Fauth |